Fake News – 8 schnelle Tricks für die tägliche Nachrichtenlektüre

Miniserie
‚Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?‘

4. Die Quelle

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Das bekommt man immer wieder um die Ohren geschlagen …

Man – möge – doch – bitte – die Quelle(n) prüfen – !

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Nur … leichter gesagt als getan!

Soll ich wirklich bei jeder Nachricht Mal losrennen und eine Quellenanalyse betreiben?

Kann ich das? Will ich das?

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Für Profis

… wie Journalisten, professionelle Rechercheure und Analysten gehört eine intensive Quellenprüfung tatsächlich zur täglichen Routine (sollte es zumindest). Wie das Checken der Instrumente vor dem Abflug eines Flugzeuges. Lästig, aber muss halt, wenn man Wert auf Zuverlässigkeit und Qualität legt.

Dabei werden Informationen kritisch hinterfragt und gegengeprüft …

  • Sind enthaltene Kerninformationen plausibel? Kann ein ein Ereignis zu dem genannten Datum überhaupt stattgefunden haben, oder können genannte Personen tatsächlich zum Datum am genannten Ort gewesen sein, etc.
  • Gibt es nur eine einzige Quelle für die Information/Nachricht, oder wird sie durch unterschiedliche Quellen bestätigt?
  • Und ist die Information in den unterschiedlichen Quellen konsistent? Falls es Abweichungen gibt, welche … und warum?
  • Falls es mehrere Quellen gibt, sind diese wirklich unabhängig voneinander, oder hat am Ende nur einer vom anderen abgekupfert?
  • Kann jemand die Nachricht persönlich bestätigen? Ein Beteiligter, ein Zeuge, ein Vertreter einer genannten Institution? Ist diese Person glaubwürdig?
  • Und so weiter und so fort …

Ganz wichtig ist für den Profi auch die Frage „qui bono?; also, wer einen Nutzen von der Streuung der Information/Nachricht zum aktuellen Zeitpunkt haben könnte. Und ob es eine Verbindung zwischen möglichen Nutznießern und der Quelle gibt. Oft sehr erhellend.

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Für meine täglichen Nachrichtenlektüre

… geht das natürlich zu weit. Ich will ja entspannt lesen.

Aber ein paar einfache Dinge gibt es schon, auf die ich achte

  1. Meine Grundeinstellung. Ich mache mir bewusst, dass es keine absolut neutrale Quelle gibt. Ich gehe pauschal davon aus, dass jede Nachricht/Information eine Interpretation enthält.
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  2. Ignoriere Facebook & Co. Soziale Medien eignen sich grundsätzlich nicht als zuverlässige Informationsquellen. Punkt. Leider vermischen sich dort gute Informationen mit einem grossen Haufen Mist. Und es ist wirklich schwierig beides sauber auseinander zu halten.
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  3. Breit informieren. Je nach Zeit und Möglichkeit lese bzw. konsumiere ich unterschiedliche Nachrichtenquellen. Tageszeitung, Wochenzeitung, verschiedene Newsportale, Radiosender und TV-Nachrichtensendungen, und wenn es sich ergibt auch mal gerne eine englischsprachige Zeitung oder Nachrichtensendung gegen den Binnenblick.
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  4. Taucht dieselbe Nachricht bei mehrere seriösen Quellen auf? Lese ich eine Information tagsüber in meiner Zeitungs-App, höre sie später im Radio und sehe sie am Abend in den Nachrichten, schreibe ich ihr eine höherer Zuverlässigkeit zu.
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  5. Was ist die Schnittmenge? Ich achte darauf, wie dieselbe Nachricht in unterschiedlichen Quellen formuliert wird und was trotz unterschiedlicher Interpretation und Schwerpunktsetzung der gemeinsame Kern ist? Welche Informationen sind trotz unterschiedlicher Interpretationen konsistent und immer enthalten?
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  6. Wie ist eine Nachricht geschrieben? Ich achte darauf, wie eine Nachricht verfasst ist. Welche Sprache wird verwendet? Werden einseitig besetzte Begriffe eingesetzt? Ist die Nachricht emotional formuliert (siehe ‚3. Wut‚)? Will sie mich aufregen, mich wütend machen? Gibt es eine „mythische Gruppe“ (siehe ‚1. Die mythische Gruppe‚)? Werden Behauptungen aufgestellt aber nicht bewiesen (siehe ‚2. Beweislastumkehr‚)?
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  7. Keine staatlich kontrollierten/beeinflussten Medien. Haben Informationen von ARD, ZDF, der WELT, der Süddeutschen oder DIE ZEIT für mich einen höherer Stellenwert als beispielsweise von RussiaToday und anderen staatlich kontrollierten Medien.
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  8. Fähigkeit zur Selbstkritik. Für mich haben Nachrichten und Informationen aus Quellen, die Fehler zugeben, eine höhere Wertigkeit. Spricht auch eher für die ARD als für RT.

Und immer wieder: cui bono? …!

 
 
First publication by VELTENSicht blog

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